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Wurzeln

Im Grunde mag ich das Wort nicht. Die Kombination aus R und Z ist eine, die die deutsche Sprache recht eklig macht. Herz. Wurzel. Schmerz. Quarz. RZ. RZ. Furchtbar.

Ich könnte eigentlich auch über alles, vieles andere schreiben. Über die Wunden des Lebens, die richtig tiefen, die über Jahre hinweg bluten. Über Wünsche, die sich Jahrz(RZ!)ehnte lang nicht erfüllen. Darüber, dass die Zeit vergeht, ohne dass man was davon hat.

Aber heute geht es um Wurzeln. Damit meine ich das eigene Zuhause. Die Straße, in der man aufgewachsen ist. Die vier Wände, die das Kinderzimmer bildeten. Die Nachbarn. Vielleicht der beste Kumpel aus dem Nebenhaus. 

Aber Zuhause ist nicht nur mal eben ein Ort. Es ist vielmehr auch ein damit verbundenes Gefühl. Könnte ich es an dieser Stelle beschreiben, ich würde es tun.

Das ich es nicht kann, lässt darauf schließen, dass ich kein Zuhause habe. Oder hatte. Richtig?
Nun, dann wüsste ich aber zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben kaum, dass ich aktuell keines habe. Womit sollte ich es vergleichen, wenn ich den anderen Zustand gar nicht kenne?

Also muss ich davon ausgehen, dass das, was ich vor der jetzigen Zeit kannte, wohl mein Zuhause war. Das, was ich jetzt vermisse. Das, wonach ich mich manchmal, in sehr dunklen Stunden, zurücksehne. 

Damals ging ich fort. Im festen Glauben, nichts zurück zu lassen. Es gab nichts, das mich hielt, und nichts, das mich von der Gewissheit abbringen konnte, es wäre überall wie dort. Mir war egal, wohin ich ging und mir war egal, woher ich kam.

Nun bin ich unendlich viele Kilometer entfernt von dort, wo ich aufgewachsen bin, und finde keinen Halt. Es ist nicht so, dass ich gestern umgezogen wäre, vielmehr lebe ich schon seit mehreren Jahren hier. Doch das Gefühl, hierher zu gehören, das, angekommen zu sein, das, mir ein neues Zuhause aufbauen zu können, das kommt nicht. 

Gestern auf dem Weg in meine jetzige Wohnung traf mich die Erkenntnis, dass ich mich hier niemals zu Hause fühlen würde. Naheliegend? Zurückgehen. Natürlich habe ich daran gedacht.
Nur folgte eine weitere Erkenntnis: Wieder zurück... das würde nicht helfen.

Ich habe mich entwurzelt, im festen Glauben, gar keine Wurzeln zu haben, und finde nun keinen Halt mehr, egal, wohin ich gehe. Ich bin heimatlos, ewig frei und dazu verdammt, immer nur daheim zu sein, aber niemals zu Hause.

21.4.14 19:12
 


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