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Wenn man erkennt...

..., dass man so einfach nicht mehr weitermachen kann.

Was ist, wenn man im Leben an einem Punkt ist, von dem an es einfach nicht mehr weiterzugehen scheint?

Wenn etwas jahrelang funktioniert, jedoch mehr schlecht als recht, und es plötzlich nicht mehr geht?

Ich habe mich in den vergangenen immer wie ein Schnellzug gefühlt, der von nichts als seiner eigenen Geschwindigkeit noch zusammengehalten wird.
Immer dachte ich, wenn ich langsamer fahre, dann fallen Stück für Stück die Teile von mir ab. Also habe ich immer noch einen Zahn zugelegt.

Mittlerweile rase ich mit unfasssbarer Geschwindigkeit durch die Gegend und muss feststellen, dass mir trotzdem alle Teile abhanden kommen. Wichtige Teile, ohne die die Weiterfahrt nicht möglich ist.

Ich bin an einem Punkt, an dem ich anhalten muss. Auch wenn ich dann auseinanderfalle. Ich muss anhalten, schauen, was passiert, und mich dann Stück für Stück wieder zusammen setzen.

Aber erstmal erledige ich noch all die Dinge, die in nächster Zeit anstehen. :/

16.6.14 08:53


Wer braucht schon Sex und Liebe, ...

... wenn man Sachen mit Käse überbacken kann?

Ich glaub, jeder hat schonmal aus Traurigkeit gegessen. Oder aus Einsamkeit, Sehnsucht, Angst oder Nervosität. Lauter unangenehme Gefühle, die man weg essen möchte. Als würden sie verschwinden, wenn man sich - wortwörtlich - mit anderen Dingen auffüllt.

Und wenn dann am Ende des Tages - nach einer Dose Ravioli, mehreren belegten Broten, ein bis zwei Tüten Fruchtgummi und anderen, hohlen Kalorien - die Bauchdecke spannt und wehtut, dann ist das eklige Gefühl, das einen zum Essen gezwungen hat, immer noch da. Und es freut sich sogar noch, dass es gesiegt hat. Jetzt fühlt man sich fett, hässlich und aufgedunsen - und immer noch traurig/einsam/whatever.

An dem Punkt bin ich gerade. Ich würde sagen, ich bin gerade eine Stunde spazieren gegangen, aber im Grunde bin ich nur ziellos durch die Straßen gelaufen. Eine Stunde lang. Ich hab dabei um die 170 Kalorien verbrannt, und das hat ebenso wenig geholfen wie das, sie den ganzen Tag über in mich rein zu schaufeln.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so werden würde. Ich war immer... genau andersherum gepolt.  Ging es mir schlecht, hörte ich auf zu essen. Das war schon immer so.

Ich frag mich, wann sich das geändert hat. Wann ich plötzlich von "die Probleme weghungern" zu "die Probleme wegessen" gegangen bin. Und warum ich unter letzterem so viel mehr leide.

Es hat mich nie gestört, lange zu hungern. Ich hab es nicht mal gemerkt, wie ich Kilo für Kilo verlor. Es passierte so nebenbei und ich hatte nicht mal Appetit oder Hunger. Mir fehlte nichts, außer den Kilos. 

Es hat sich im Grunde... nicht viel geändert. Ich habe einen BMI von 16. Ich habe weder Hunger noch Appetit. Aber ich esse, wahllos und zügellos, einfach alles, was nur reinpasst. Egal, ob ich es mag oder nicht. Wenn was da ist, esse ich es auf. 

Ich nehme nicht mal zu, dass es mich so stört, hat also keine ästhetischen Gründe. "Nicht essen" konnte ich früher gut kontrollieren. Ich hab einfach nicht gegessen, es war so leicht, dass es mir nicht mal auffiel. Und jetzt ist eben das, das "Nicht essen", das scheinbar schwerste auf der Welt. Nicht, weil ich gar nichts essen will... ein Normalmaß wäre schön. Wenn ich nach 2500 Kalorien am Tag einfach aufhören würde. Aber ich esse weiter, und so sehr ich mich auch anstrenge, ich kann nicht damit aufhören.

Dass ich mich derart verändert habe, kann ich kaum fassen. Bin das überhaupt noch ich?

3.6.14 20:41


Sie ist gar nicht so weit weg.

Manchmal komme ich mir unfassbar alt vor. Es ist so viel passiert, so vieles hat sich verändert, viele Dinge scheinen unendlich weit weg. Die Jahre, die ich nun schon hier verbracht habe, stapeln sich aufeinander. Es werden einfach immer mehr, während ich mittendrin sitze und mich zurück wünsche. Ich wünschte, all diese Kilometer zwischen mir und dem, was mal mein Zuhause war, gäbe es nicht. Ich wünschte, sie wären niemals nötig gewesen. Ich wünschte, ich hätte die Gewissheit, dass diese komische Form von "Zuhause" noch da wäre, wenn ich zurück ginge.

Aber ich weiß, dass es das nicht mehr gibt. Dass ich dort genauso verloren wäre wie ich es hier bin.
Und wenn ich mich dann so alt fühle und eine Welle Schmerz mich übermannt, der mir sagt: Es wird sich nichts ändern., dann kriecht so ein altes Gefühl in mir hoch. Das, das mir offenbart, dass das alles viel zu anstrengend ist. Das ewige Einatmen, Ausatmen, Wegschauen, Versuchen, Neuanfangen, das Verlieren, das Aufgeben, das Weiterleben. Das ist mir zu viel.

Manchmal weiß ich einfach nicht, woher noch Kraft nehmen, den simpelsten Dingen nachzugehen. Und immer wieder bekomme ich es hin, dieses Gefühl runterzuschlucken, wegzuschlafen, unter Arbeit zu begraben; ...

...aber wenn es mal da ist, so wie grade, und sich auf ekelhafte Art vertraut anfühlt, dann weiß ich, dass die Vergangenheit gar nicht so weit weg ist. Dass ich so alt noch gar nicht bin, und dass sich manche Dinge wohl nie ändern werden, egal, wie lange man wegläuft, ohne zurückzublicken.

26.4.14 21:52


Wurzeln

Im Grunde mag ich das Wort nicht. Die Kombination aus R und Z ist eine, die die deutsche Sprache recht eklig macht. Herz. Wurzel. Schmerz. Quarz. RZ. RZ. Furchtbar.

Ich könnte eigentlich auch über alles, vieles andere schreiben. Über die Wunden des Lebens, die richtig tiefen, die über Jahre hinweg bluten. Über Wünsche, die sich Jahrz(RZ!)ehnte lang nicht erfüllen. Darüber, dass die Zeit vergeht, ohne dass man was davon hat.

Aber heute geht es um Wurzeln. Damit meine ich das eigene Zuhause. Die Straße, in der man aufgewachsen ist. Die vier Wände, die das Kinderzimmer bildeten. Die Nachbarn. Vielleicht der beste Kumpel aus dem Nebenhaus. 

Aber Zuhause ist nicht nur mal eben ein Ort. Es ist vielmehr auch ein damit verbundenes Gefühl. Könnte ich es an dieser Stelle beschreiben, ich würde es tun.

Das ich es nicht kann, lässt darauf schließen, dass ich kein Zuhause habe. Oder hatte. Richtig?
Nun, dann wüsste ich aber zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben kaum, dass ich aktuell keines habe. Womit sollte ich es vergleichen, wenn ich den anderen Zustand gar nicht kenne?

Also muss ich davon ausgehen, dass das, was ich vor der jetzigen Zeit kannte, wohl mein Zuhause war. Das, was ich jetzt vermisse. Das, wonach ich mich manchmal, in sehr dunklen Stunden, zurücksehne. 

Damals ging ich fort. Im festen Glauben, nichts zurück zu lassen. Es gab nichts, das mich hielt, und nichts, das mich von der Gewissheit abbringen konnte, es wäre überall wie dort. Mir war egal, wohin ich ging und mir war egal, woher ich kam.

Nun bin ich unendlich viele Kilometer entfernt von dort, wo ich aufgewachsen bin, und finde keinen Halt. Es ist nicht so, dass ich gestern umgezogen wäre, vielmehr lebe ich schon seit mehreren Jahren hier. Doch das Gefühl, hierher zu gehören, das, angekommen zu sein, das, mir ein neues Zuhause aufbauen zu können, das kommt nicht. 

Gestern auf dem Weg in meine jetzige Wohnung traf mich die Erkenntnis, dass ich mich hier niemals zu Hause fühlen würde. Naheliegend? Zurückgehen. Natürlich habe ich daran gedacht.
Nur folgte eine weitere Erkenntnis: Wieder zurück... das würde nicht helfen.

Ich habe mich entwurzelt, im festen Glauben, gar keine Wurzeln zu haben, und finde nun keinen Halt mehr, egal, wohin ich gehe. Ich bin heimatlos, ewig frei und dazu verdammt, immer nur daheim zu sein, aber niemals zu Hause.

21.4.14 19:12


Der erste Eindruck zählt.

Gute sechs Monate nach Erschaffung dieses Blogs sitze ich nun hier und versuche, den ersten Eintrag zu verfassen. Schließlich ist der wichtig. Vergleichbar mit einem Roman, an dem man jahrelang geschrieben hat, und von dem man weiß, dass im günstigsten Fall ein überforderter und unterbezahlter Verlagsmitarbeiter die ersten drei Sätze liest, bevor er sich entnervt dem nächsten kläglichen Versuch lahmer Hobbyschriftstellerei widmet.

Vielleicht sollte ich eine Entschuldigung direkt an den Anfang stellen. Das erweckt einen herrlich devoten Eindruck und entbindet mich in der Folge von jeder Art schlechten Gewissens: Obwohl man mir bereits mein Leben lang sagt, ich solle in kurzen, verständlichen Sätzen formulieren, ist mir das Schreiben in langatmigen, umständlichen Bandwurmsätzen derart in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich es selbst dann nicht mehr unterbinden könnte, wenn ich wollte. Daher tut es mir für jene, die in der Mitte eines Satzes bereits vergessen haben, was am Anfang stand, sehr Leid, falls sie Mühe haben, zu lesen, was ich schreibe.

Als ich vor einigen Jahren meine stark unterentwickelte Fähigkeit zu gesellschaftskonformem Smalltalk bemerkte, übte ich mich darin, stundenlang zu reden, ohne wirklich etwas zu sagen. Ich würde behaupten, diese Kunst inzwischen in Perfektion zu beherrschen und habe gemerkt, dass meine Umwelt sich damit sehr zufrieden gibt.

Die Menschen sind sehr glücklich, wenn man mit ihnen spricht und nichts dabei sagt. Leere Phrasen, nichtssagendes Geschwätz. Das mag an meinem Umfeld liegen, aber eben jenes möchte ich auch gar nicht vor irgendwelcher Kritik in Schutz nehmen. 

Der Kunst, bei andauernder Plapperei nichts zu sagen, steht natürlich das Bedürfnis entgegen, etwas über sich selbst Preis zu geben, jemanden in die eigene Welt einzulassen. Jemandem wirklich die Chance zu geben, einen kennen zu lernen. 

Dieses Bedürfnis habe auch ich, neben einer Reihe von Umständen, die es mir die Befriedigung jenes Bedürfnisses sehr schwer machen. Wann immer jemand einen Schritt auf mich zu geht - mit ehrlichen, durchweg positiven Absichten, versteht sich - gehe ich unweigerlich fünf Schritte zurück. Und es gehört nicht viel dazu, herauszufinden, dass dies ein Grund für ein hohes Maß an Einsamkeit ist.

Einsamkeit.

Im Grunde geht es in diesem Blog genau darum. Um jemanden, der einen Saal voller schweigender, sitzender Leute in schillernden Klamotten und Trompete spielend verlassen könnte, ohne aufzufallen. Um jemanden, der sich manchmal so unsichtbar fühlt, dass er absichtlich jemanden anrempelt. Um jemanden, der so lange schon alleine ist, und damit meine ich nicht "single", dass... es nicht wenig genug Worte gibt, das zu beschreiben.

Das Spannende daran, das, was ich mit der Welt teilen möchte und wozu ich diesen Blog vielleicht ins Leben gerufen habe, ist die Perspektive, die sich einem dadurch eröffnet. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, unsichtbar zu sein? Hier erfahrt ihr, live und direkt von der Quelle, wie es ist, wenn einen einfach niemand sieht.*

Es ist sehr leicht, sich in diesem Zustand vor sich selbst zu erschrecken. Beispielsweise darüber, wie viel man über Menschen weiß, ohne je mit ihnen gesprochen zu haben. Im Grunde ist es nur eine Verkettung von Zufällen: Wenn man mit niemandem spricht, hört man alle möglichen Dinge um sich herum. Menschen erzählen viel über sich selbst, im Gespräch mit anderen.

Am vergangenen Donnerstag fuhr ich mit der Bahn und entdeckte schon lange bevor ich überhaupt an der Bahnstation ankam, in der Menge wartender Menschen ein Mädchen, das ich lange nicht mehr gesehen hatte.

In der Bahn setzte sie sich zufällig mir gegenüber und ich sah sie an. Sie hörte Musik und sah aus dem Fenster; lächelte ab und zu spontan und scheinbar grundlos.

Ich wusste ihren Namen. Wusste, mit wem sie seit Jahren zusammen war. Bemerkte das Fehlen ihres Eherings, bemerkte, dass ihre Hüften breiter geworden waren. Ich wusste, dass sie vor kurzem ein Kind geboren hatte, ein Mädchen, das sie Elisabeth genannt hatte. Ich wusste, wo sie wohnte, dass sie sich vegetarisch ernährte und ahnte sogar, welche Band gerade auf ihrem iPod spielte. Und während ich sie ansah und mir all die Fakten über sie in den Kopf schossen, sah sie mich an.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe - sicher nicht, dass sie mich erkennt. Aber plötzlich erschreckte mich die schiere Menge an Information, die ich über sie hatte, ohne dass ich in meinem Leben auch nur einmal mit ihr gesprochen habe. Wie nahe ich ihr damit getreten war, dass mir diese Gedanken durch den Kopf gingen.

Kurz stellte ich mir vor, wie sie wohl reagieren würde, wenn eine ihr völlig fremde Person ihr enthüllte, was sie wusste. Ob es ihr unangenehm wäre. Ob sie mich für verrückt hielte. Ob sie sich erschrecken und über ihren Umgang mit sozialen Medien oder ihre Gesprächsthemen mit Freunden in Anwesenheit anderer nachdenken würde.

Dann fiel mir wieder ein, dass sie mich gar nicht sah.

 -------

*

Für all jene, die mich sehr wörtlich nehmen: Das ist im Grunde genau richtig. Nur in diesem Fall weise ich darauf hin, dass ich mir zur Gänze bewusst bin, nicht unsichtbar zu sein. Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit physischer Präsenz, und ich leide nicht an irdenen schizophrenen oder paranoiden Ideen. Zu sagen, ich sei unsichtbar, entspricht demnach einer Metapher, die auch als solche verstanden werden will.

20.4.14 23:35





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